Verdächtigen Link prüfen, ohne ihn zu öffnen: Was wirklich hilft

Prüfen Sie zuerst Absender und Zieladresse, nicht nur eine Sicherheitsbewertung. Fordert eine unerwartete Nachricht dringend eine Anmeldung oder Zahlung, öffnen Sie die offizielle App oder geben Sie die bekannte Adresse selbst ein. Den Nachrichtenlink müssen Sie dafür häufig gar nicht aufrufen.

Verdächtigen Link prüfen, ohne ihn zu öffnen: Was wirklich hilft

Zieladresse ansehen

Am Computer zeigt das Darüberfahren mit der Maus oft das Linkziel im Browser oder Mailprogramm. Auf dem Handy kann langes Drücken die Adresse anzeigen. Manche Apps laden dabei allerdings bereits eine Vorschau. Wenn Sie das vermeiden möchten, verwenden Sie nach Möglichkeit Link kopieren und prüfen Sie nur den Text.

Lesen Sie den tatsächlichen Hostnamen. https://konto.example.com/anmeldung gehört zu example.com. Bei https://example.com.andere-seite.test/anmeldung endet der Hostname dagegen auf andere-seite.test. Ein bekannter Markenname irgendwo im Link reicht nicht aus.

Hinweis Was er zeigt Was er nicht beweist
HTTPS oder Schloss Verschlüsselte Verbindung. Seriosität des Betreibers.
Kurzlink Die endgültige Adresse ist verborgen. Unbedenklichkeit des Ziels.
Keine Scannerwarnung Die Prüfung hat zu diesem Zeitpunkt nichts erkannt. Dass eine neue Phishingseite harmlos ist.
Bekannter Absendername Die Nachricht behauptet diese Identität. Echtheit oder Sicherheit des Absenderkontos.

Vor einem Scanner an die Privatsphäre denken

Bei öffentlichen Links kann ein Prüfdienst zusätzliche Hinweise liefern. VirusTotals Suchdokumentation erklärt seine Berichte. Die Dokumentation zur URL-Einreichung weist darauf hin, dass eingereichte Informationen in den Datensatz des Dienstes gelangen können.

Fügen Sie deshalb keine privaten Dokumentfreigaben, Passwort-Zurücksetzlinks, Anmeldetokens oder vertraulichen Adressen in einen öffentlichen Scanner ein. Der Dienst kann die Seite aufrufen. Entfernen Sie einen geheimen Bestandteil, prüfen Sie außerdem eine andere Adresse. In solchen Fällen ist es oft besser, auf die Einreichung zu verzichten und den Anbieter direkt zu kontaktieren.

So entscheiden Sie über die Nachricht

  1. Haben Sie die Nachricht oder den Vorgang erwartet?
  2. Stimmt die eigentliche Domain mit der bekannten Dienstadresse überein?
  3. Können Sie die Aufforderung über einen unabhängigen Kontakt bestätigen?
  4. Ist dieselbe Meldung in der offiziellen App oder über ein eigenes Lesezeichen sichtbar?
  5. Handelt es sich klar um Phishing, melden oder löschen Sie die Nachricht.

Weitere Alltagsschritte finden Sie in unserem Ratgeber zum sicheren Surfen. Blockiert Windows eine heruntergeladene Datei, lesen Sie die gesonderten Hinweise zur Viruswarnung beim Download. Ein unauffälliger Link ist kein Grund, Schutzfunktionen auszuschalten.

Häufige Fragen

Macht HTTPS eine Seite vertrauenswürdig?

Nein. Es verschlüsselt die Verbindung, bestätigt aber nicht die Ehrlichkeit von Inhalt und Betreiber.

Darf ein Passwort-Zurücksetzlink in einen öffentlichen Scanner?

Vermeiden Sie das. Er kann einen geheimen Token enthalten; der Scanner kann Informationen abrufen oder weiterverwenden.

Garantiert ein sauberer Scan Sicherheit?

Nein. Neue Bedrohungen können unentdeckt bleiben. Der Bericht beschreibt nur den jeweiligen Prüfumfang und Zeitpunkt.

Was mache ich bei einer unerwarteten Kontowarnung?

Öffnen Sie die offizielle App oder die bekannte Adresse selbst und prüfen Sie das Konto dort.