Falsche Virenwarnungen in Windows? So stoppen Sie sie in Edge

Aktualisiert am 3. November 2026. Anleitung anhand der Dokumentation von Microsoft und Google geprüft.

Illustration eines Schutzschilds vor einem Browser, das verdächtige Website-Benachrichtigungen abwehrt

Eine Virenwarnung, die immer wieder auf Ihrem Windows-Desktop erscheint, kann von einer Website stammen, der Sie Benachrichtigungen erlaubt haben. Die Meldung allein beweist nicht, dass Ihr Computer infiziert ist. Öffnen Sie selbst die Browsereinstellungen oder Windows-Sicherheit, um nachzusehen, statt die Schaltflächen oder Telefonnummer in der Warnung zu verwenden.

In Edge gibt es außerdem eine hilfreiche Neuerung. In seiner Ankündigung vom 2. November 2026 (auf Englisch) erklärt Microsoft, wie der Browser Benachrichtigungen unterbinden kann, die Nutzer wieder auf Betrugsseiten führen. So nutzen Sie die verfügbaren Schutzfunktionen und stoppen unerwünschte Meldungen selbst.

Prüfen Sie zuerst, woher die Warnung kommt

Was Sie sehenWorauf Sie achten solltenWas Sie tun können
Eine Meldung in einer Ecke des Desktops oder im BenachrichtigungscenterSuchen Sie nach einem Browsernamen und einer Websiteadresse.Blockieren Sie die Benachrichtigungsberechtigung dieser Website.
Eine Warnung in einem Tab, einem neuen Fenster oder auf einer VollbildseiteDie Seite kann so gestaltet sein, dass sie Windows oder einem Antivirenprogramm ähnelt.Schließen Sie die Seite über die Bedienelemente des Browsers oder von Windows.
Eine Warnung, die Sie auch beim direkten Öffnen Ihrer installierten Sicherheitssoftware findenMöglicherweise hat ein echtes Sicherheitsprogramm etwas erkannt.Prüfen Sie die Funde im Programm und folgen Sie der dort empfohlenen Maßnahme.

Betrugsseiten arbeiten häufig mit Zeitdruck, Alarmtönen, einer Supportnummer oder der Aufforderung, ein Reparaturprogramm zu installieren. Ein bekanntes Logo beweist nicht, wer die Meldung gesendet hat. Unser Ratgeber zu Scareware-Betrug (auf Englisch) erklärt, wie solche Warnungen Sie zum Handeln drängen sollen.

Microsoft stellt in seinen Hinweisen zu Online-Betrug klar, dass echte Fehlermeldungen des Unternehmens keine Telefonnummer zum Anrufen enthalten. Zahlen Sie nicht, geben Sie keine Passwörter weiter und erlauben Sie Fremden keinen Fernzugriff, nur weil eine Browserwarnung Sie dazu auffordert.

So stoppen Sie betrügerische Benachrichtigungen in Edge

Über die Einstellungen für Website-Benachrichtigungen in Edge blockieren Sie den Absender, ohne die verdächtige Seite erneut aufzurufen:

  1. Öffnen Sie in Edge das Dreipunkt-Menü Einstellungen und mehr und wählen Sie Einstellungen.
  2. Gehen Sie zu Datenschutz, Suche und Dienste > Websiteberechtigungen > Alle Websites.
  3. Wählen Sie die Website aus, die als Absender der unerwünschten Benachrichtigung angezeigt wird.
  4. Suchen Sie Benachrichtigungen und ändern Sie die Berechtigung auf Blockieren.

Wiederholen Sie das für weitere unerwünschte Absender. Den ursprünglichen Tab zu schließen, reicht nicht: Laut Microsoft können erlaubte Website-Benachrichtigungen auch dann erscheinen, wenn Edge geschlossen ist.

Was hat sich mit Edge 156 geändert?

Laut Microsoft wurde die Änderung mit der Einführung von Edge 156 im Oktober bereitgestellt. Erkennt Microsoft Defender SmartScreen oder der Scareware-Blocker eine Betrugsseite, die über eine Benachrichtigung geöffnet wurde, deaktiviert Edge automatisch die Benachrichtigungen der sendenden Website. Beim nächsten Start von Edge erklärt eine Informationsleiste den Vorgang.

Blockierte Websites können Sie in den Einstellungen prüfen. Bei einer Anfrage nach der Benachrichtigungsberechtigung bietet Edge im Menü neben der Option zum Blockieren außerdem Blockieren und melden (Block and report) an. Das ist hilfreich, wenn eine Seite Sie irreführend zum Erlauben von Benachrichtigungen auffordert, um zu beweisen, dass Sie ein Mensch sind.

Dieser Schutz setzt voraus, dass ein Betrug erkannt wird. Wenn unerwünschte Meldungen weiter erscheinen, blockieren Sie den Absender selbst, statt auf die automatische Erkennung zu warten.

Prüfen Sie, ob der Scareware-Blocker verfügbar und eingeschaltet ist

Microsoft erklärt auf der Supportseite zum Scareware-Blocker, dass die Funktion täuschende Vollbildseiten mit einem auf dem Gerät ausgeführten Modell erkennt. So prüfen Sie die Einstellung:

  1. Öffnen Sie in den Edge-Einstellungen Datenschutz, Suche und Dienste > Sicherheit.
  2. Suchen Sie den Scareware-Blocker und schalten Sie ihn ein, sofern die Option verfügbar ist.
  3. Halten Sie den Browser aktuell. Öffnen Sie Einstellungen > Infos zu Microsoft Edge, installieren Sie ein angebotenes Update und starten Sie den Browser neu, wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Auf geeigneten Computern ist die Funktion standardmäßig eingeschaltet. Ob sie verfügbar ist und automatisch aktiviert wird, hängt jedoch vom Gerät ab. Ein fehlender Schalter bedeutet nicht, dass Ihr PC infiziert ist. Fragen Sie bei einem Arbeits- oder Schulcomputer die IT-Abteilung nach Einstellungen, die von Ihrer Organisation verwaltet werden.

Die automatische Analyse auf dem Gerät ist von einer freiwillig eingereichten Meldung zu unterscheiden. Laut Microsoft kann eine Meldung über „Blockieren und melden“ die anfragende URL und einen Screenshot enthalten. Prüfen Sie deshalb, was Sie senden.

Benachrichtigungen und Pop-ups haben getrennte Einstellungen

Wenn eine Website immer wieder Fenster oder Tabs öffnet, prüfen Sie auch den Pop-up-Blocker von Edge. Öffnen Sie in den Einstellungen Datenschutz, Suche und Dienste > Websiteberechtigungen > Pop-ups und Umleitungen und stellen Sie sicher, dass Blockiert (empfohlen) eingeschaltet ist.

Diese Einstellung entzieht einer Website nicht die Berechtigung für Benachrichtigungen. Außerdem kann sie nicht jede direkt in einer Webseite angezeigte Werbung unterbinden. Prüfen Sie bei weiterhin unerwünschten Fenstern Ihre Browsererweiterungen und schalten Sie unbekannte Erweiterungen aus.

Sie verwenden stattdessen Chrome?

Googles Anleitung für Chrome-Benachrichtigungen beschreibt einen ähnlichen Weg, um einen Absender zu blockieren:

  1. Öffnen Sie Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Website-Einstellungen > Benachrichtigungen.
  2. Wählen Sie neben Dürfen keine Benachrichtigungen senden die Option Hinzufügen.
  3. Geben Sie die Adresse der unerwünschten Website in diesem Einstellungsdialog ein und wählen Sie Hinzufügen.

Ändern Sie die Berechtigung in dem Browser, der die Meldung sendet. Eine in Edge blockierte Website behält ihre gesonderten Berechtigungen in Chrome.

Was tun, wenn sich die Betrugsseite nicht schließen lässt?

Microsoft beschreibt eine Methode mit dem Task-Manager für ein nicht reagierendes Edge-Fenster:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Start und öffnen Sie den Task-Manager.
  2. Wählen Sie Prozesse und suchen Sie unter Apps nach Microsoft Edge.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Edge und wählen Sie Task beenden. Öffnen Sie den Browser anschließend erneut.

Dabei können auch andere Tabs geschlossen werden und nicht gespeicherte Eingaben verloren gehen. Stellen Sie die verdächtige Seite beim erneuten Öffnen nicht wieder her. Nutzen Sie diese Methode, wenn die normalen Bedienelemente zum Schließen nicht funktionieren.

Wenn Sie bereits auf die Warnung reagiert haben

Die Hinweise der US-Verbraucherschutzbehörde FTC zu Supportbetrug (auf Englisch) erklären auch, was Sie nach dem Weitergeben persönlicher Informationen, dem Erlauben eines Zugriffs oder einer Zahlung tun können.

Was passiert istIhr nächster Schritt
Sie haben nur Website-Benachrichtigungen erlaubtBlockieren Sie die Benachrichtigungsberechtigung der Website. Die Berechtigung allein beweist nicht, dass Schadsoftware installiert wurde.
Sie haben eine Datei heruntergeladen, aber noch nicht geöffnetFühren Sie die Datei nicht aus. Entfernen Sie den unerwünschten Download und prüfen Sie das Gerät, wenn Sie Bedenken haben.
Sie haben ein Programm ausgeführt oder Fernzugriff erlaubtBeenden Sie die Fernzugriffssitzung, holen Sie Hilfe bei einem vertrauenswürdigen Supportanbieter und überprüfen Sie den Computer auf Schadsoftware. Das Blockieren von Benachrichtigungen behebt keine bereits installierte Software.
Sie haben Passwörter weitergegeben oder eine Zahlung geleistetÄndern Sie offengelegte Passwörter auf einem vertrauenswürdigen Gerät. Wenden Sie sich direkt an Ihre Bank oder Ihren Zahlungsanbieter, wenn Zahlungsdaten oder Geld betroffen sind.

Suchen Sie zum Prüfen des PCs im Startmenü nach Windows-Sicherheit und öffnen Sie Viren- & Bedrohungsschutz > Schnellüberprüfung. Microsoft empfiehlt bei einem Verdacht auf Schadsoftware eine Schnellüberprüfung. Wenn Sie ein anderes Antivirenprogramm verwenden, öffnen Sie dieses stattdessen direkt.

Für eine gründlichere Kontrolle bieten die Überprüfungsoptionen von Windows-Sicherheit auch eine vollständige Überprüfung und Microsoft Defender Offline. Die Offlineüberprüfung startet den Computer neu. Speichern Sie deshalb vorher Ihre Arbeit. Unser Vergleich schneller, vollständiger und Offlineüberprüfungen mit Defender (auf Englisch) erklärt, welche Prüfung zu welchem Verdacht passt.

Häufig gestellte Fragen

Bedeutet eine falsche Virenmeldung, dass mein PC infiziert ist?

Nicht unbedingt. Eine Website kann beunruhigende Benachrichtigungen senden, nachdem Sie ihr die Berechtigung gegeben haben. Prüfen Sie den Absender, blockieren Sie unerwünschte Berechtigungen und überprüfen Sie das Gerät auf Schadsoftware, wenn Sie etwas Verdächtiges heruntergeladen oder ausgeführt haben.

Warum erscheinen die Meldungen auch nach dem Schließen von Edge?

Website-Benachrichtigungen können weiterhin erscheinen, wenn Edge geschlossen ist. Blockieren Sie die Benachrichtigungsberechtigung des Absenders, um diese Quelle zu stoppen. Einen einzelnen Tab zu schließen, reicht dafür nicht.

Stoppt der Pop-up-Blocker alle Benachrichtigungen?

Nein. Benachrichtigungen und Pop-up-Fenster haben getrennte Einstellungen. Entziehen Sie der Website die Benachrichtigungsberechtigung und prüfen Sie bei Bedarf zusätzlich den Pop-up-Blocker.

Ersetzt der Scareware-Blocker mein Antivirenprogramm?

Nein. Er hilft dabei, täuschende Inhalte im Browser zu erkennen. Lassen Sie Ihren normalen Virenschutz eingeschaltet und nutzen Sie ihn, um verdächtige Dateien oder installierte Programme zu untersuchen.

Warum fehlt der Schalter für den Scareware-Blocker?

Microsoft nennt Geräteanforderungen für die Funktion. Manche Computer unterstützen sie nicht. Prüfen Sie, ob Edge aktuell ist, und fragen Sie bei einem von einer Organisation verwalteten Gerät die IT-Abteilung nach den entsprechenden Einstellungen.

Sollte ich Windows neu installieren, nur um diese Meldungen loszuwerden?

Blockieren Sie zuerst den Benachrichtigungsabsender und prüfen Sie Ihre Sicherheitssoftware. Eine unerwünschte Websiteberechtigung allein rechtfertigt keine Windows-Neuinstallation. Holen Sie vertrauenswürdige Hilfe, wenn Sie unbekannte Software ausgeführt oder jemandem Fernzugriff erlaubt haben.